Angedacht

Liebe Gemeinde,

ich schreibe diese Zeilen bei strahlender Wintersonne und Schnee, der im Garten liegt. So schön das aussieht, gehen doch meine Gedanken mit Sehnsucht in Richtung Frühling. Wie wahrscheinlich auch viele von Ihnen, sehne ich mich danach, dass das Leben wieder unkomplizierter, mehr draußen und v.a. dann auch wieder mit mehr Kontakt stattfinden kann.

Wenn mir eines klar geworden ist in diesen Pandemiezeiten, dann dies, dass wir soziale Wesen sind, die im Austausch, in der Freude und im Miteinander Kraft schöpfen. Isolation, so nötig sie ist, tut auf Dauer nicht gut. Fähigkeiten zum Kontakt nehmen ab, die Gefahr nur noch in der eigenen kleinen Welt unterwegs zu sein und gar nicht mehr über den Tellerrand zu blicken, nimmt zu. Ängste machen sich leichter breit. 

Ein Text von Lothar Zenetti lässt mich in diesen Empfindungen aufmerken: „Seine Bedingungen sind die des Frühlings…“ 

Kann es sein, dass es in dieser Zeit um mehr geht, als nur durch die Krise zu kommen?

Um etwas Kostbares, das sich uns erst erschließen wird? Um Neues, das sich den Weg bahnen möchte? 

Wir gehen auf Ostern zu- das erzählt mir, dass nach schweren Zeiten immer wieder auch das Leben aufbricht. 

Voller Frühlingshoffnung und vorösterlicher Erwartung grüßt Sie 

Erwartung

Seine Bedingungen

sind die des Frühlings:

arm musst du sein,

winterstarr unterm Schnee,

mit kahlen Ästen, 

ein Baum ohne Blätter.

 

Wenn Er kommt,

wachsen sie dir aufs Neue zu:

schöner

 

Wenn Er kommt,

entsteht das Leben

in dir 

mit hundert Blüten

für eine

hundertfältige Frucht.

 

Lothar Zenetti